Die Cantharidentherapie ist ein traditionelles naturheilkundliches Verfahren. Dabei wird ein Canthariden-haltiges Pflaster äußerlich auf eine begrenzte Hautstelle aufgebracht. Ein Cantharidenpflaster wird mit einer Paste aus getrockneten und gemahlenen spanischen Käfern (auch Spanische Fliege) bestrichen. Die spanische Fliege ist ein südeuropäische Vertreter der Ölkäfer und produziert ein starkes Reizgift, dessen wesentlicher Bestandteil das Cantharidin ist. Das Pflaster wird zwischen 8 und 24h auf der Haut belassen. Wirkung Das Reizgift führt zu einer örtlichen Hautreaktion, einer Blasenbildung ähnlich einer Verbrennung 2. Grades. Das in den Blasen enthaltene Gewebswasser enthält „Schlacken“, Gifte, Entzündungs- und Schmerzmediatoren. Die Therapie wirkt durchblutungsfördernd und lymphstrombeschleunigend, die Anwendung eines Canthariden- pflasters bezeichnet man auch als "weißen Aderlass". Einsatzgebiet Anwendung findet das Cantharidenpflaster hauptsächlich alternativmedizinisch bei arthritischen, rheumatischen, arthrotischen und neuralgischen Schmerzen Anwendung. Bei uns setzen wir das Pflaster vor allem zur Behandlung einer Spinalkanalstenose im Bereich der Lendenwirbelsäule ein, also bei einer Verengung des Wirbelkanals, in dem sich das Rückenmark und ein Teil der Spinalnerven befinden. Wie läuft die Behandlung ab? Das Canthariden-Präparat wird gezielt auf die vorgesehene Hautstelle aufgetragen und entsprechend der gewählten Methode mit einem Verband abgedeckt. Nach einer individuell festgelegten Einwirkzeit wird der Verband entfernt und die behandelte Hautstelle sorgfältig versorgt. Was spüre ich während und nach der Behandlung? Nach dem Auftragen kann zunächst ein leichtes Brennen, Kribbeln oder Wärmegefühl entstehen. Mit zunehmender Wirkung können Brennen, Spannungsgefühl oder Schmerzen auftreten. Im behandelten Bereich kann sich eine Blase bilden. Die Blase ist eine beabsichtigte Reaktion auf den Wirkstoff. Sie sollte jedoch nicht eigenständig geöffnet oder aufgestochen werden, sofern dies nicht ausdrücklich durch die behandelnde Praxis angeordnet wurde. Welche Nebenwirkungen und Risiken können auftreten? Die Cantharidentherapie führt gezielt zu einer Hautreaktion. Mögliche Nebenwirkungen sind insbesondere: - Rötung und Reizung der Haut - Brennen oder Schmerzen - Blasenbildung - Schwellung - Hautempfindlichkeit - Wundbildung nach Öffnung bzw. Abheilung der Blase - vorübergehende oder länger anhaltende Veränderungen der Hautfarbe - Narbenbildung oder Pigmentveränderungen - verzögerte Wundheilung - Infektionen der behandelten Hautstelle Bei unsachgemäßer Anwendung oder versehentlicher Aufnahme kann Cantharidin gesundheitsschädlich sein. Deshalb darf die Behandlung nur mit dafür vorgesehenen Präparaten und unter fachkundiger Anwendung durchgeführt werden. Wann sollte keine Cantharidentherapie durchgeführt werden? Bitte informieren Sie uns vor der Behandlung insbesondere, wenn Sie: - eine offene Wunde oder Hautinfektion im vorgesehenen Behandlungsbereich haben - unter einer ausgeprägten Wundheilungsstörung leiden - eine bekannte Überempfindlichkeit gegenüber dem verwendeten Präparat haben - an einer relevanten Hauterkrankung leiden - Medikamente einnehmen, die die Blutgerinnung beeinflussen - an einer schweren chronischen Erkrankung leiden - schwanger sind oder eine Schwangerschaft vermuten - regelmäßig Medikamente oder Nahrungsergänzungsmittel einnehmen Bitte: - öffnen oder punktieren Sie entstandene Blasen nicht eigenständig - vermeiden Sie Reibung, Kratzen und Druck auf die behandelte Stelle - schützen Sie die behandelte Haut vor starker Hitze und intensiver Sonneneinstrahlung - verwenden Sie auf der behandelten Stelle keine zusätzlichen Cremes oder Desinfektionsmittel, sofern dies nicht empfohlen wurde Die Behandlung mit dem Cantharidenpflaster ist keine Leistung des gesetzlichen Krankenkasse.